Chronik

1898 - 2010

Am 18. Juni 1898 wurde der "Bezirksverein der Bienenzüchter" mit dem Sitz in Uttendorf gegründet. Der Verein zählte 50 Mitglieder, zum Obmann wurde Oberlehrer Johann Streicher bestellt. Die Mitgliederschaft des ersten Imkervereins im Bezirk Braunau setzte sich aus Imkern von Gemeinden Zwischen Hochburg-Ach bis Munderfing zusammen. 1902 zählte der Verein bereits 99 Mitgliedervon denen 52 Imker aus den umliegenden Gemeinden und sogar einige aus Zell am Moos (Irrsee) dabei.

Die Motivation zum Zusammenschluss der Imker gab wohl zur Jahrhundertwende ein Umbruch in der Betriebsweise. Wurde bisher fast ausschließlich nach dem System der Korbimkerei geimkert, wobei es in den Strohkörben nur einen festen Wabenbau gab, und wurden die Honigwaben zur brutarmen Zeit von sogenannten "Bienenbrechern" gewonnen, so konnte sich im ausgehenden 19. Jhdt. eine moderne Betriebsweise mit festen Holzbeuten und beweglichen Rähmchen etablieren. Die von Dr. Johann Dzierzon (1811-1906) entwickelte Klotzbeute mit rückwertiger Tür und beweglichen Rähmchenleisten war bahnbrechend für die Entwicklung dieser neuen Betriebsweise mit erstmals mobilem Wabenbau. Diese neu Art zu imkern war eine Herausforderung für die Gemeinschaft der Imker: einerseits bei der Beschaffung der dazu notwendigen Gerätschaften und Bienenwohnungen - (damals wurde sehr verbreitet mit dem Wiener Vereinsständer geimkert, die teilweise heute noch verwendet werden) - und andererseits in der Bereitstellung von Zucker zur Herbsteinfütterung.

Einige wichtige Fakten des Vereins in chronologischer Reihenfolge:

1900

Schuldirektor Franz Otte stellt sich dem Imkerverein als Schriftführer zur Verfügung und übt diese Tätigkeit 56 Jahre aus.

1923

Ein Wiener Vereinsständer mit Volk Kostet 450 Kronen.

1924

Durch die enorme Inflation kostet ein Vereinsständer mit Volk 450000 Kronen. Der Mitgliedsbeitrag beläuft sich auf 120000 Kronen, davon werden 15000 Kronen an den Landesverband bezahlt.

1925

Einführen des Schillings als gültige Währung (1000 Kronen = 1 Schilling), der Mitgliedsbeitrag ist nun 3 Schilling.

1935

Errichtung des ersten Imkerheims (Imkerschule) in Linz. Kaufpreis 41000 Schilling, davon werden 50 Schilling vom Imkerverein getragen.

1938

In einem Festakt mit der Musikkapelle wird die 40-jährige Gründungsfeier abgehalten. 31 Mitglieder betreuen insgesamt 326 Bienenvölker.

1939

Honigpreis 2-3 Mark

1940-1948

Pflichtabgabe der Imker von 2½ kg pro Volk.

1945

Starke Völkerverluste durch Zuckerknappheit bei der Herbsteinfütterung, 456 Völker Eingewintert und nur 275 Völker ausgewintert.

1946

Gründung des Imkervereins Mauerkirchen.

1947 und 1948

Austrittswelle als protest der Imker aud den vom Verein angekauften minderwertigen Zucker (sogenanten Schmutzzucker) der für die Völkerverluste verantwortlich gemacht wird.

1948

Mitgliederstand: 20 Imker betreuen 145 Bienenvölker. Der Preis für einen Maischwarm beträgt zwischen 150 und 200 Schilling

1957

Am 29. November verstirbt Schuldirektor Franz Otte im Alter von 86 Jahren. Er war 58 Jahre Mitglied des Imkervereins und 56 Jahre Schriftführer.

1945

In der Februarnummer der Imkerzeitung erscheint ein Nachruf für Franz Otte "In memoriam Franz Otte".
Zitat:
"Am 29. November 1957 in den abenstunden starb unser Ehrenmitglied Franz Otte, Volksschuldirektor in Ruhe. Mit Ihm ist ein Stück Alt-Uttendorf aus dem Leben geschieden, ein Mann voller Schaffungsdrang und Menschenfreudlichkeit, der sich die Liebe und Achtung der gesamten Bevölkerung errungen hat. Vielen gemeinnützigen Organisationen stellte er seine wertvolle Arbeitskraft zur Verfügung. Die Imkerei aber lag ihm besonders am Herzen."

Unsere Imkerortsgruppe hat Otte zum Ehrenmitglied ernannt. Der Oö Landesbienenzuchtverein hat ihm ein Ehrendiplom und das goldene Vereinsabzeichen verliehen und der österreichische Imkerbund hat ihn mit der Weippl Medaille in Bronze ausgezeichnet.

1959

Der Honigpreis wird mit 32 Schilling pro Kilo festgesetzt.

1965

Bau einer neuen Imkerschule in Linz, Solidarbeitrag jedes Imkers 40 Schilling.

Verteiling von 100 Tannenpflanzen, welche vom Landesverband gespendet wurden.

1968

Ausgezeichneter Honigertrag; Absatzschwierigkeiten. Der Honigpreis fällt auf 22 Schilling.

1970-1982

Reduktion der Mitgliederzahl auf 13 Mitglieder. Große Probleme beim Imkernachwuchs. Auszug aus der Verhandlungsschrift von der 81. Jahreshauptversammlung am 21.2.1982: "Der Landesverband hat uns aufgefordert, den verband aufzulösen da wir nur mehr 13 Mitglieder sind. In Gaismannslohen waren vor 30 Jahren 7 Imker mit 120 bis 150 Bienenvölkern. heute sind nur mehr 2 Imker mit weniger als 10 Völker. Ganze Ortschaften sind bienenleer. Wenn die Varroaseuche hereinbricht, wird es mit der Imkerei aus sein."

1988

Der Verein zählt nur mehr 8 Mitglieder. Dem Obmann Jakob Klein und einigen engagierten Funktionären de Imkervereins Uttendorf (wie Johann Stadler=) ist es zu verdanken, dass die Ortsgruppe Uttendorf als eigenständiger Verein bestehen bleibt und durch Neuzugänge einiger Jungimker heute wieder 19 Mitglieder zählen kann, u.a. durch gestiegene Öffentlichkeitsarbeit des Vereins beim traditionellen Nikolausmarkt, sowie durch den stand der Imker beim Marktfest und Aussendungen über Honig und Bienenprodukte in der Gemeindezeitung

1991

Herr Johann Stadler wird für seine 50-Jährige Mitgliedschaft, davon 30 Jahre als Funktionär, mit der bronzenen Weippl-Medaille ausgeszeichnet.

1998

Herr Jakob klein erhält im Rahmen der 100-Jahrfeier für seine Verdienste und und ausgezeichnete Vereinstätigkeit vom Präsidenten des oö. Landesverbandes Dipl. Ing. Peter Frühwirth die bronzene Weippl-Medaille. Herr Klein hat den Verein in den letzten 25 Jahren durch sehr schwere Zeiten geführt, die oft durch pessimistische Stimmung, Mitgliederschwund und Bedrohung der Imkerei durch die Varroa gekennzeichnet war

2008

Wir feiern das 110 Jährige Bestehen des Vereins