Neueinsteiger

Wollen Sie die Sache selbst in die Hand nehmen und Ihren eigenen Honig schleudern?

Es ist gar nicht so schwer. Die meisten beginnen als Hobby-Imker mit zwei bis drei Völkern. Die Statistik sagt aus, dass über 80% der Bienenvölker bei Hobby-Imkern stehen. Das heißt auch, dass der „nur“ Hobby-Imker für die Bienenhaltung in Österreich eine große Bedeutung hat.
Wie werde ich Hobby-Imker? Kann ich das? Was brauche ich für den Anfang? Welcher Aufwand ist das und wo kann ich Hilfe finden? Diese Fragen sollen in diesem Kapitel beantwortet werden.


Imkerei ist etwas für Jede und Jeden. Die wichtigste Voraussetzung ist, man muss Spaß daran haben. Imkerei findet in der Natur statt. Man sollte sich in der Natur wohl fühlen und keine Angst vor krabbelnden Tieren haben.
Imkerei kennt keine Altersgrenze. Häufig finden Menschen zur Imkerei, wenn die eigenen Kinder flügge werden. Imkerei ist ein Hobby, das man gut neben der Arbeit und später als Rentner oder Rentnerin betreiben kann.
Eins fällt auf, wenn man einen Imker bei der Arbeit am Volk beobachtet: seine Ruhe. Sie sagen vielleicht: „Diese Ruhe habe ich nicht. Imkerei ist dann wohl nichts für mich.“ Bienen sind gute Lehrer in Sachen Ruhe. Bienen sind selbst ein quirliges Volk, aber im Umgang mit ihnen lernt man ruhiges, konzentriertes „Machen“. Wir reden hier von den Honigmachern, aber ein Bienenvolk ist auch ein „Beruhiger“.
An einer geöffneten Beute kann man nur ruhig und mit Bedacht arbeiten. Jede schnelle, hektische Bewegung beunruhigt die Bienen. Die Bienen „spüren“ unseren Stress, falls wir unter Anspannung an das Volk treten.
Unsere Bienen sind auf Sanftmut gezüchtet. Gehen wir mit ihnen ruhig und wohl überlegt um, so danken sie es uns. Wir öffnen ihr Volk und trotzdem können wir meist auf den Schleier verzichten. Eine Biene, die auf einer ruhigen Hand sitzt, sticht nicht.


Die meisten Imker klagen eher über Rückenprobleme als über Bienenstiche. Eine prall gefüllte Honigzarge (Honigraum) kann 20 bis 30 kg wiegen. Aber man muss nicht athletisch sein, um die Imkerei zu betreiben. Es gibt Hilfsmittel für das Anheben einer Zarge.
Die Imkerei kann jeder betreiben. Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass es körperliche Arbeit ist. Man ist bei jedem Wetter draußen und in der Natur.
Bevor Sie sich intensiv mit Bienen beschäftigen sollten Sie klären, ob Sie an einer Allergie leiden. Besitzen Sie eine Überempfindlichkeit gegen Bienengift? Falls ja, sollten Sie eine Therapie zur Desensibilisierung machen. Sie sollten immer ein Notfall-Kit bei sich tragen.


Die Frage nach dem finanziellen Aufwand wird vor allem von denen gestellt, die die Imkerei als Hobby betreiben wollen. Die Kosten sind überschaubar und belaufen sich für den Einstieg mit 3 Völkern auf etwa 800 – 1000 € abzüglich der Förderungen die man in Anspruch nehmen kann. Eine Aufstellung, was für den Anfang angeschafft werden sollte, finden Sie auf der Seite „Liste Aufwand“.
Die die Anschaffungen einer Honigschleuder kann man sich in den ersten Jahren sparen. Im ortsansässigen Verein ist sicher ein Imker der die Möglichkeit zum Schleudern anbietet.


Findet man Freude an der Imkerei, so wird die Zahl der Völker mit jedem erfolgreichen Sommer zunehmen. Das Hobby wächst damit zum Nebenerwerb heran. Die Imkerei wird sich dann nicht nur selbst tragen, sondern einen kleinen Gewinn abwerfen.

 

Startausrüstung

Bienenkästen, Bienenwohnung, Beuten

Zur Unterbringung der Bienenvölker werden Behausungen, imkerlich Beuten genannt, benötigt. Beuten gehören zu den wichtigsten Betriebsmitteln. Ihre Konzeption ist von beträchtlicher Bedeutung und kann den wirtschaftlichen Betrieb einer Bienenhaltung wesentlich mitbestimmen. Außerdem zählt ihr Kauf, neben dem einer Honigschleuder, zu den teuersten Anschaffungen in der Bienenhaltung. Bezüglich der Beutenbauart haben sich Magazinbeuten weitgehend durchgesetzt.
Die Kosten pro Beute, bestehend aus Hochboden, 3 Zargen, Absperrgitter, Deckel, Rähmchen und Mittelwänden, belaufen sich auf 200-350€ je nach gewähltem Hersteller.

 

Werkzeuge und Geräte

Zur Bearbeitung der Bienenvölker sind nur wenige Utensilien erforderlich. Zum Notwendigsten gehören hier Stockmeißel, Abkehrbesen und Rauchgerät.

 

Schutzkleidung

Die züchterische Bearbeitung der Honigbiene hat zu sanftmütigen Bienen geführt, was meist ein Arbeiten ohne Schutzkleidung erlaubt. Dennoch können gelegentlich aggressive, wehrhafte Einzelvölker auftreten bzw. es greifen auch friedfertige Völker bei Ungeschicklichkeiten des Imkers, bei widrigen Wetterverhältnissen, bei Weisellosigkeit, in Ausnahmesituationen bei der Wanderimkerei usw. den Menschen an. Das Bereithalten von stichfester, bienendichter Schutzkleidung, auf die man sich auch in kritischen Situationen verlassen kann, ist daher notwendig.